Alle Artikel von Nora Backhaus

Sommer-Deko für Garten und Balkon

SELBER MACHEN

Sommer-Deko für Garten & Balkon

Ob zu zweit, mit der Familie oder vielleicht schon wieder mit Gästen: zusammen draußen zu sitzen macht mit diesen schnellen und einfachen DIY-Tipps noch mehr Spaß

Fotos SILKE ZANDER, JANNE PETERS, Produktion ANDREAS LICHTENSTEIN, LENA HAUNSTETTER

DIY-Anleitungen

Ringelreihen

Eine schlichte Ölflasche wird durch farbige, selbstklebende Folienstreifen (mit dem Cutter ausschneiden) zum Schmuckstück. Vorhandene Etiketten unter kaltem Wasser lösen – Wärme verändert das Öl geschmacklich und farblich.

Punktlandung

Nur kein Deko-Stress: Wir haben einfach Girlanden aus bunten Kreisen auf dem Tisch verteilt. Die kann man immer wiederverwenden oder sie lassen sich später zu Hause ins Fenster hängen – als Erinnerung an einen Sommernachtstraum.

Flaschenpost

Schöne Flaschen, die viel zu schade für den Altglascontainer sind, aufbewahren und im Wasserbad Etiketten ablösen. Dann langstielige Einzelblumen aus dem Garten hineinstellen. Fertig ist die Sommer-Deko! Tipp: Macht sich auch gut auf der Fensterbank.

Lichtblicke

Hängt man die kleinen Ziehharmonika-Lampions dicht nebeneinander, wirken sie fast wie ein bunter Blütenstrauch. Mit Tee- oder LED-Lichtern bestückt, schaffen sie später am Abend eine stimmungsvolle Beleuchtung im Dunkeln.

Lässig zusammensitzen

An diesem Tisch für zwei trifft schwedisches Blau-Gelb auf griechisches Flair und beweist: So charmant und unkompliziert kann ein Snack im Garten sein – einfach gutes Brot, Salz und Olivenöl sowie erfrischendes Zitronenwasser hinstellen (Rezepte für aromatisiertes Wasser gibt es etwa unter essen-undtrinken.de) und genießen.

Dosenfeuer

Für die Windlichter die Etiketten von verschieden großen Konservendosen entfernen (notfalls hilft Klebstoffentferner), Dosen auf ein Handtuch legen und mit Hammer und dickem Nagel Löcher einschlagen. Dosen mit „Acrylic Spray“ (ca. 2,60 Euro, Montana Gold, über boesner.com) in verschiedenen Blautönen besprühen, trocknen lassen und ein Teelicht einsetzen.

Hübsche Zi(er)trone

Für das Glasdekor eine Pappschablone in Form einer halben Zitronenscheibe anfertigen. Auf die Rückseite gelber Farbklebefolie (z. B. modulor.de) die Schablone nacheinander leicht überlappend mit Bleistift nachzeichnen, sodass eine Art Girlande entsteht. Mit dem Cutter Fruchtfleisch in Form kleiner Dreiecke ausschneiden, dann die Form der halben Zitronenscheiben. Schutzfolie vorsichtig abziehen, auf die Karaffe kleben (als einzelne Zitronenscheibe auch auf das Glas). Die Tisch-Girlande ist aus farbigem Tonpapier: Kreise und Zitronenscheiben mit einem Loch versehen und an einer langen Schnur aufhängen.

Der Advent kann kommen!

SELBER MACHEN

Der Advent kann kommen!

Gemeinsam macht es noch mehr Spaß: schöne Weihnachtsdeko, die sich an einem gemütlichen Nachmittag mit Freundinnen basteln lässt

Fotografiert von SILKE ZANDER Styling von LENA HAUNSTETTER

DIY-Anleitungen

Salzteigsterne

Tolle Tisch-Deko: aufgefädelte Sterne aus Salzteig.
Dafür aus 2 Tassen Mehl, 1 Tasse Salz, 1 Tasse Wasser, 2 TL gemahlenem Ingwer, 2 TL gemahlener Nelke, 2 TL Muskatnuss Teig herstellen, indem man alle trockenen Zutaten vermengt und nach und nach das Wasser hinzugibt und alles miteinander verknetet. Teig ausrollen, Sterne ausstechen. Die Löcher in der Mitte z. B mit einer Spritzbeutel-Tülle stechen. Bei 150 Grad Umluft 1 Stunde im Ofen backen. Abkühlen lassen, auf ein Band fädeln, jeden Stern dabei mit Knoten fixieren

Baumschmuck

Getrocknete Orangenscheiben und Perlen als Baumanhänger an eine dünne Schnur hängen. Die Anleitung für die Orangenscheiben findest du weiter unten.

Weihnachtsgirlande

Kleine Sträuße aus Trockenblumen, Eukalyptus, Kängerufuß, Holzperlen und Orangenscheiben an ein Seil hängen. Locker über Eck gehängt sieht die Girlande besonders schön aus.

Adventsteller

Orangen mit Nelken spicken oder in einem dekorativen Muster die Schale ausdünnen, Nüsse und Nelken dazugeben. Sieht nicht nur hübsch aus, sondern riecht auch wunderbar weihnachtlich.

Der etwas andere Baum

Acht Äste in den Größen 10 bis 80 cm zurechtsägen. In der Mitte eines ca. 3,5 m langen Seils eine Schlaufe für die spätere Aufhängung knoten. Unter der Schlaufe beide Stränge des Seils zweimal um den 10-cm-Ast wickeln, die Stränge dabei unter der letzten Wicklung durchführen, sodass sie fest sitzen. Nun den nächsten Ast (20 cm) im Abstand von 15 cm auf die gleiche Weise aufhängen, nur dass jetzt die beiden Seilstränge auseinanderlaufen und je ca. 5 cm vom jeweiligen Astende entfernt herumgewickelt werden. Mit den weiteren Ästen genauso verfahren. Die Enden des Seils werden einfach mehrfach rechts und links um den letzten Ast gewickelt und verknotet.

Geschenktüten

Braune Papiertüten (z. B. über Amazon.de, 50 Stück/ ca. 7 Euro), Anhänger und Einwickelpapiere lassen sich wunderbar individuell verzieren. Mit einem weißem Stift (z. B. Pitt Artist Tuschestift von Faber-Castell, 2,85 Euro) kannst du zum Beispiel ein schönes Muster und/oder einen netten Wunsch daraufmalen. Aus Papier ausgeschnittene Motive, getrocknete Orangenschalen oder ein besonderes Band sorgen für das i-Tüpfelchen.

Duftkerzen

Oberstes Drittel einer Orange abschneiden, Rest aushöhlen. Eventuell noch übrige Haut im Innern der Schale mit den Fingern abziehen. Dann Gießwachs (z. B. über idee-shop.com, 6,99 Euro) in einer Metalldose im Wasserbad erhitzen. Zur Probe ein Holzstäbchen in das flüssige Wachs stecken – wird das Wachs nach dem Herausziehen sofort matt, kann es verwendet werden. Einen Teelichtflachdocht mit Halter (10 St./1,79 Euro, idee-shop.com) in eine ausgehöhlte Orange stellen, evtl. mit einem Tropfen Wachs fixieren. Dann Gießwachs in die Orange gießen. Die Schale vom oberen Orangendrittel trocknen (bei 100 Grad, 5–10 Minuten) und abkühlen lassen. Sterne ausschneiden oder -stechen (dafür Form auflegen und mit dem Hammer draufklopfen). Als Deko auf dem Tisch verteilen

Schmuckkranz

Aus dünnem Aludraht (2 mm, Gold,2,99 Euro, idee-shop.com) die Worte „Merry“ und „Christmas“ biegen. An den jeweiligen Wortenden je 10 cm Draht überstehen lassen, mit denen man die Worte an einem goldfarbenen Drahtring (Durchmesser 40 cm, 4,99 Euro, depot-online.com) befestigt. Die Spitzen des „M“-Buchstaben zusätzlich mit etwas dünnerem Draht am Ring befestigen. Mit diesem Draht kann man dann auch Eukalyptus, Trockenblumen und getrocknete Orangenscheiben befestigen. Zum Schluss ein Lederband anbringen, aufhängen, fertig ist der Wandschmuck!

Holzperlensterne

Holzperlen ( je 48 für den großen Stern, 30 für den kleinen) • Draht

Anleitung für großen Stern
1. Draht durch 6 Perlen fädeln, durch nochmaliges Durchfädeln zum Ring schließen.
2. 5 Perlen auf den Draht fädeln, dann durch Perle Nr. 10 (siehe Skizze) fädeln. 2 weitere Perlen auffädeln, dann durch Perle 7 fädeln. Schließlich Draht durch Perle 1 fädeln. Wieder 5 Perlen auffädeln und so oft wie beschrieben verfahren, bis der Stern 6 Arme hat.

Anleitung für kleinen Stern
1. 12 Perlen auf einen Draht fädeln, durch nochmaliges Durchfädeln zum Ring schließen.
2. 2 Perlen auffädeln, Draht durch übernächste Perle im 1. Ring führen (eine Perle wird übersprungen). So lange wiederholen, bis ein 2. Ring auf dem 1. Ring entstanden ist.
3. Draht diagonal durch nächste Perle im 1. Ring führen, dann wieder schräg nach oben durch erste Perle des 2. Rings, dann neue Perle auffädeln. Draht zurück durch nächste Perle im 2. Ring, dann durch nächste Perle im 1. Ring fädeln. Wiederholen, bis Stern fertig ist.

Getrocknete Orangenscheiben

Bio-Orangen

Anleitung
1. Eine Orange in ca. 0,5 cm starke Scheiben schneiden
2. Bei 100 Grad (Umluft) im vorgeheizten Backofen 3 bis 5 Stunden auf dem Gitterrost trocknen lassen. Dabei Scheiben ab und zu wenden.
3. Getrocknete Scheiben aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Baumanhänger aus Filz

Schablone von Eicheln, Bäumen und Pilzen aus Pappe • Filz in Naturfarben • Stickgarn in Kontrastfarben • Füllwatte

Anleitung
1. Schablonen für die einzelnen Formen auf den Filz legen, zuschneiden.
2. Einzelne Formen besticken (auf den Baum z. B. Äste, auf den Pilz Lamellen).
3. Mit Stickgarn Vorder- und Rückseiten zusammennähen, Öffnung zum Befüllen lassen.
4. Mit Füllwatte ausstopfen.
5. Auch die Öffnung schließen.

Bunte Grüße aus der Kerzenwerkstatt

SELBER MACHEN

Bunte Grüße aus der Kerzenwerkstatt

Ein paar unserer Redaktionskolleginnen haben einen Kreativ-Workshop besucht und gemeinsam den neuesten DIY-Trend ausprobiert: Kerzen färben

Fotografiert von BETTINA THEUERKAUF, Styling von CLAUDIA PETRUSCHKE/BASTELLIEBE, Geschrieben von ANNA TIEFENBACHER

Es ist ein sonniger Morgen im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel. Wir, Bildredakteurin Elisa, Grafikerin Nicole, Art-Direktorin Eva und ich treffen uns in der Kreativwerkstatt Bastelliebe, wo Claudia Petruschke unterschiedliche Workshops gibt – etwa zum Thema Kränzebinden, Trockenblumen oder wie man ein Makramee-Wallhanging knüpft. Auch wir vier wollen heute kreativ werden und uns von Claudia beraten lassen. Wir möchten wissen, was es mit dem neuesten DIY-Trend auf sich hat: „Dip-Dye“-Kerzen (kommt vom englischen „dip“ = tauchen und „dye“ = färben). Denn diese sind aus Instagram und anderen Social-Media-Kanälen gerade nicht mehr wegzudenken. Kein Wunder, die knalligen Farbverlauf-Lichter verschönern im Nu jedes Zuhause – vor allem jetzt im Winter.

AUCH FÜR NICHTBASTLERINNEN GEEIGNET
„Das Schöne ist, dass man nicht viele Utensilien braucht. Und das Verfahren ist so einfach, dass wirklich auch Kinder mitmachen können“, erklärt uns Claudia. Und auch wer sonst nicht so viel mit DIY am Hut hat, kommt schnell zu einem Erfolgserlebnis. Los geht’s: Zunächst lassen wir Kerzenwachs in Gläsern im Wasserbad flüssig werden, dann rühren wir Farbpigmente hinein. Je mehr, desto intensiver der Ton. Anschließend tauchen wir schlichte Stabkerzen kurz ins warme Wachs. Herausnehmen, zwei Sekunden warten, schon ist die erste Farbschicht trocken. Jetzt folgt das andere Ende der Kerze und das nächste Farbbad. So geht das ganz einfach weiter. Meditativ fühlt sich das an und es macht fast süchtig: Wir können jedenfalls kaum aufhören mit dem Tauchen und Färben und sind am Ende mächtig stolz auf das farbenfrohe Ergebnis. Kerzen kann man ohnehin nie genug haben, oder?

Anleitung

Dip-Dye-Kerzen

Weiter, flacher Topf • pro Farbe 1 Einmachglas (möglichst hoch mit geringem Durchmesser) • Kerzenwachs • (weiße) Stabkerzen • Pigmentpulver in Lieblingsfarben (z. B. über Etsy) • ggf. Schaschlikspieße

1. Die Gläser bis zum Rand mit dem Kerzenwachs füllen. In einen Topf mit Wasser stellen (Gläser sollten ca. zur Hälfte im Wasser stehen) und das Wachs im Wasserbad erhitzen.

2. Die Farbpigmente in das Wachs rühren und an einer Probekerze testen, ob das Ergebnis kräftig genug ist. Sonst mehr Pigmente einrühren.

3. Die Kerzen für 2–3 Sekunden in das Wachs tauchen, kurz trocknen lassen und beliebig oft wiederholen.

4. Eventuell einen Schaschlikspieß in das bunte Wachs tauchen und die Kerzen mit Pünktchen verzieren.

Zum Workshop

KREATIVKOPF
Die Grafikerin und Art-Direktorin Claudia Petruschke liebt alles, was mit Design, Deko und DIY zu tun hat. Mit ihrer liebevoll eingerichteten, gemütlichen Kreativwerkstatt Bastelliebe hat sie sich einen lang gehegten Traum erfüllt. „DIY ist für mich wie Kurzurlaub für den Kopf!“ 

INFOS ZUM KURS
Der Dip-Dye-Kerzen-Workshop sowie weitere Kurse können über bastelliebe-hamburg.de gebucht werden. Das Kerzenfärben dauert zwei Stunden. Zehn Kerzen (sowie das restliche Material) sind im Preis von 49 Euro inbegriffen.

Lieblingsrezept: Rüblikuchen

Lieblingsrezept

„Fast gesund dieser Kuchen"

Bei Merle Wuttke herrscht im Frühling Geburtstagsmarathon. Zum Naschen gibt’s daher weniger süßen Rüblikuchen

TEXT: MERLE WUTTKE, FOTOS: CHARLOTTE SCHREIBER

Meine drei Kinder haben alle im Frühjahr Geburts ­ tag, was bedeutet, dass im März und April in meiner Küche der Ofen heißläuft. Doch wenn man innerhalb von drei Wochen drei Kuchen backen muss plus zusätzliches Gebäck wie Muffins oder Kekse für die Klassenkameraden und die noch anstehenden Geburtstagsfeiern, erleiden wir zu Hause spätestens nach dem dritten Zitronenkuchen oder Brownie-Cake einen Zuckerschock. Da wir als Familie außerdem nachhaltiger leben wollen, möchte ich auch nicht ständig Dutzende Eier oder jede Menge Butter verwenden. Da kam mir dieser vegane Rüblikuchen gerade recht. Der ist zwar auch ein Kuchen, geht aber mit seinem hohen Anteil an Mandeln und relativ wenig Zucker in Form von Ahornsirup fast schon als gesund durch. Durch das „Leinsamen -Ei“ und jede Menge geriebener Karotten bleibt er außerdem schön „sabschig“, wie man in Norddeutschland sagt. Also klebrig -saftig. Glücklicherweise finden auch meine Kinder den Rüblikuchen klasse, die Kleinste hat ihn sogar zu ihrem Lieblingsgeburtstagskuchen auserkoren. Das freut das Mutterherz – und auf lange Sicht die Umwelt und den Zahnarzt.

Veganer Rüblikuchen

FÜR DEN TEIG:
125 g weiche vegane Butter oder Margarine • 2–3 mittelgroße Möhren • 100 g Ahornsirup • Salz • 1 EL geschroteter Leinsamen • 150 g Mehl • 100 g gemahlene Mandeln • 1 ½ TL Backpulver • ½ TL Natron • ½ TL gemahlener Zimt • 1 TL Apfelessig

FÜR DAS FROSTING:
150 g veganer Frischkäse • 50 g Puderzucker • 1 Spritzer Zitronensaft • 1 EL gehackte Pistazienkerne

AUSSERDEM: Kastenform à ca. 20 cm Länge

1. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Form fetten. Die Möhren schälen und fein reiben

2. Die Butter mit dem Sirup und 1 Prise Salz in einer Schüssel mit den Quirlen des Mixers cremig aufschlagen. Für das Leinsamenei Leinsamen mit drei Esslöffeln Wasser vermischen und zehn Minuten quellen lassen, danach unterrühren. Dann die Möhren kurz untermengen. Mehl mit Mandeln, Backpulver, Natron und Zimt mischen. Mit dem Essig zur Butter-Zucker-Mischung geben und kurz verrühren. Teig in die Form füllen, glatt streichen und auf mittlerer Schiene 40–45 Minuten backen (Stäbchenprobe machen).

3. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und in der Form 10 Minuten abkühlen lassen. Aus der Form stürzen und auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen.

4. Für das Frosting Frischkäse, Puderzucker und Zitrussaft mit den Quirlen des Handmixers glatt verrühren und auf dem Kuchen verstreichen. Mit den Pistazien bestreuen und bis zum Verzehr kalt stellen.

Lieblingsrezept: Erdbeerrolle „Ein Stück Tradition“

Lieblingsrezept

„Ein Stück Tradition“

Die fruchtige Erdbeerrolle ihrer Mama stimmt Redakteurin Maxi Zingel auf den besten Tag ihres Jahres ein …

TEXT: MAXI ZINGEL, FOTOS: CHARLOTTE SCHREIBER

Solange ich mich erinnern kann, hat mir meine Mutter jedes Jahr zu meinem Geburtstag eine Erdbeer-Biskuitrolle gebacken. Dieser Kuchen ist bei uns in der Familie, aber auch sonst im Laufe der Zeit zu einer echten Sommertradition gewor – den. Sobald es also die ersten reifen Erdbeeren zu kaufen gibt (am besten frisch gepflückt), holen wir uns daher den Geschmack von Sonne auf den Teller. Übliche Erdbeerrollen finde ich aber oft zu mächtig, und das Einrollen des Biskuitteigs kann zu einer schwierigen Angelegenheit werden, daher liebe ich das Rezept meiner Mutter, das ich mittler – weile selbst gern backe. Als Füllung sorgen Sahne und Früchte für das richtige Maß an Süße, umman – telt vom luftigen Biskuitteig. Den vernasche ich auch gern mal so. Das Tolle ist, dass bei unserer Version der Teig nicht mehrfach gerollt, sondern lediglich umgeklappt wird, und mit ein paar Tricks wird das Ergebnis herrlich fluffig. Mit etwas warmem Wasser lassen sich zum Beispiel die Eier schön schaumig schlagen, und – ganz wichtig – beim Backen sollte man die Zeit genau im Blick haben, damit der Biskuit nicht austrocknet. Dafür wird man am Ende aber auch köstlich belohnt.

Erdbeer-Biskuitrolle

 

FÜR DEN TEIG:
4 Eigelbe • 4 EL warmes Wasser • 4 Eiweiß • 125 g Zucker • 75 g Mehl (Type 405) • 1 TL Backpulver • 50 g Speisestärke

FÜR DIE FÜLLUNG:
750 g Erdbeeren • 400 ml kalte Sahne •
2 Päckchen Vanillezucker

1.. Backofen auf 200 Grad Ober-/ Unterhitze vorheizen. Eigelb und Eiweiß in zwei Schüsseln trennen. Warmes Wasser zum Eigelb geben und sofort aufschlagen. 2/3 des Zuckers einrieseln lassen. Mixstäbe waschen. Dann Eiweiß aufschlagen und restlichen Zucker hinzugeben. Die Eiweißmasse vorsichtig mit einem Teigschaber unter die Eigelbmasse heben. Mehl, Backpulver und Speisestärke vermischen, nach und nach auf dem Teig verteilen und sanft unterheben

2. Ein Backblech mit Backpapier randhoch auslegen, den Teig darauf gleichmäßig verteilen und einen kleinen Rand lassen. 10 Minuten auf der mittleren Schiene backen, bis er goldgelb ist. Danach den 

Biskuit sofort mit der Oberseite auf ein gezuckertes Geschirrtuch oder Küchenpapier stürzen, die Ränder des Backpapiers hochklappen und langsam abziehen. Auskühlen lassen.

3. . Erdbeeren waschen und in kleine Stücke schneiden. Die kalte Sahne mit dem Vanillezucker steif schlagen. Beides vermengen. Auf eine Hälfte des Teigs die Erdbeer-Sahne-Masse geben, die andere Hälfte vorsichtig darüberklappen und die Ränder auffüllen. Zum Servieren die fertige Rolle in Scheiben schneiden

Eine Hütte zum Glück

Winterurlaub

Eine Hütte zum Glück

Schon als Kind verbrachte Redakteurin Yvonne Adamek ihre Winterurlaube in einer Berghütte. Was daran so schön war und warum sie heute gern mit Freundinnen hinreist, schreibt sie hier

Geschrieben von YVONNE ADAMEK

Früher waren meine Winter rot-weiß kariert. Die Vorhänge vor den dünnen Glasscheiben voller Eisblumen, die dicken Daunenbettdecken, aus denen ich immer meine Füße raus – streckte, damit es nicht zu warm wurde, und die Tischdecken über dem massiven Stubentisch – alles war rot-weiß kariert. Seit ich klein war, sieht so für mich Gemütlichkeit aus. Ich muss etwa fünf oder sechs Jahre alt gewesen sein, als ich mit meinen Eltern das erste Mal Urlaub in einer Hütte in den Alpen gemacht habe. Mein Vater war begeisterter Skifahrer, weshalb unsere Hütten möglichst mitten im Skigebiet lagen, oben auf dem Berg. Tür auf, Ski an und die Piste runter – sausen – jeden Tag, zehn Tage am Stück. Was war das herrlich! Ich erinnere mich noch genau an die glasklare Luft und das Knarzen des Schnees unter meinen Skistiefeln. Über Nacht hatten wir meistens heiße Steine in die Schuhe gelegt, damit sie morgens nicht so kalt waren, wenn wir reinschlüpften. War ich erst mal draußen, war mir die Kälte sowieso egal. Hauptsache, ich konnte Ski fahren, und gern im hohen Tempo. Angst? Kannte ich damals nicht. Ich erinnere mich noch, wie ich einmal in voller Fahrt die Kontrolle verlor, mich überschlug und kopfüber in eine kleine Spalte neben der Piste rutschte. Mein Vater musste mich an den Füßen wieder rausziehen. Kaum draußen, schnallte ich die Skier wieder an und fuhr unbeeindruckt weiter.

Abstand gewinnen vom Alltag: Das geht in den Bergen hervorragend – besonders wenn auch die Unterkunft weit oben liegt

DAS LEISE KNACKEN DES HOLZES
Mindestens genauso sehr wie das Skifahren liebte ich das Zurück – kommen in die Hütte, wenn die Lifte schlossen und es langsam dunkel wurde. Ich habe immer noch das leise Knacken des Holzes im Ohr, das langsam im gekachelten Kamin verbrannte, während ich auf der Bank daneben in eine grobe Wolldecke eingekuschelt Pumuckl-Kassetten hörte. „Hurra, hurra!“ manchmal mehrere Stunden lang. In den Bergen sind die Abende lang.

In den Hütten, in denen wir damals Urlaub machten, gab es keinen Fernseher. Ich finde, das wäre auch irgendwie geschummelt. Man fährt ja nicht ganz weit hoch auf einen Berg in die Einsamkeit, um sich dann Grey’s Anatomy oder die Tages schau anzusehen. Also redeten wir so lange, bis der Hals rau war, oder wir spielten Mensch ärgere dich nicht!, Kniffel und MauMau, bis uns die Augen zufielen oder jemand beleidigt ins Bett ging. Für die musikalische Untermalung sorgte das Hitradio. Bis heute kann ich diverse Hits von Albano und Romina Power im Schlaf mitsingen.

Rodelpartien und Gesellschaftsspiele gehören im Skiurlaub dazu – und wecken schöne Kindheitserinnerungen

WIE ÜBERMÜTIGE KINDER
In den Winterurlauben mit meiner Familie habe ich gelernt, was es bedeutet, wirklich zusammen zu sein, ohne Hektik und Ablenkung. Einfach da sein. Weil oben am Berg spätestens nach Einbruch der Dunkelheit draußen nicht mehr viel los ist, kommt man drinnen zu sich und zu einem neuen Miteinander. Ich konnte schon als Kind dabei zusehen, wie bei meinen Eltern dadurch die Alltagsglocke langsam aufbrach. Am ersten Tag waren sie meist noch hektisch, leicht reizbar und irgendwie durcheinander. Nach ein paar Tagen wurden sie ruhiger und geduldiger – mit mir, meinen Pumuckl-Kassetten und mit sich selbst. Wir kamen einander wieder nah. Das war schön.

Dass das auch heute noch funktioniert, habe ich im letzten Jahr ausprobiert. Mit zehn guten Freunden verbrachte ich eine Woche in den Bergen. Wegen unserer Jobs und unserer Familien hatten wir uns schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr mit genug Zeit gesehen und suchten nach einer Möglichkeit, das in möglichst komprimierter Form nachzuholen. Ich schlug vor, eine Hütte zu mieten (heute nennt sich das übrigens Chalet). 

"Ich erinnere mich noch an den würzigen Geruch und das leise Knacken des Holzes im Kamin."

Es war ein Volltreffer! Bei der Ankunft fühlten wir uns wie im Schullandheim. Am ersten Morgen stolperten wir noch wild durcheinander. Jede wollte rechtzeitig frühstücken, um möglichst früh auf der Piste zu sein. Wenn schon Skiurlaub, dann richtig – mit blauem Berghimmel, von der kühlen Winterluft geröteteten Wangen und griffigem Schnee. So aufgedreht wie Kinder nach dem dritten Glas Cola schossen wir die Hänge hinunter. Abends saßen wir in farblich bedenklichen Unterhose-SockenKombinationen zusammen und redeten bis tief in die Nacht hinein. Ich erfuhr, dass Anna seit Monaten mit dem Gedanken spielt, ihren Uni-Job zu kündigen, und dass Mareike und ihr Mann sich für einige Wochen auf Probe getrennt hatten. Man sollte meinen, Freundinnen wissen so etwas übereinander. Aber oft reichen die kurzen Treffen im Alltag nur für einen schnellen Abriss über die guten Seiten. Jetzt hatten wir endlich Platz für mehr.

SPUREN HINTERLASSEN
An den folgenden Tagen wurde es ruhiger in unserer Hütte, wir wurden ruhiger. Es zählte weniger, was wir taten, sondern eher, dass wir es zusammen machten. Wir verbrachten mehr und mehr Zeit rund um die Hütte, mit einem Buch in der Hand vor dem Kamin oder mit Mütze und Decke draußen auf der Veranda, um die Sterne zu beobachten. Und irgendwie auch, um Spuren zu hinterlassen, nicht unbedingt im Schnee, aber beieinander.

Fotos: UNSPLASH