Leseprobe Heft Nr. 32

Das Leben genießen

Der Duft von frisch gebackenem Brot, ein Sonnenstrahl auf der Haut oder der erste Schluck Kaffee am Morgen – eigentlich steckt jeder Tag voller Momente, die wir auskosten können und auch sollten. Gerade jetzt, in diesen herausfordernden Zeiten. Wie wichtig Genuss für ein zufriedenes  Leben ist und wie man ihn (wieder-)erlebt, dazu hat sich Yvonne Adamek ein paar Gedanken gemacht 

Seit Tagen denke ich für diesen Text nun schon darüber nach, was es eigentlich genau bedeutet zu genießen. Zuerst wollte ich etwas übers Essen schreiben und darüber, wie gern ich meiner Oma früher beim Kochen zugesehen habe, wenn sie in ihrer kleinen Küche irgendetwas schnippelte oder zusammenrührte und mir später, als ich mit ihr am Tisch saß und aß, liebevoll über den Kopf strich. An diese Momente denke ich bis heute, wenn ich für meine Familie Omas Erbseneintopf oder die Pfannkuchen mit extra viel Ei und „guter Butter“ nachkoche.  

Dann dachte ich an mein liebstes Hobby, das Fahrradfahren, und wie schön es ist, morgens in aller Früh über die fast leeren Straßen zu fahren, die Sonne aufgehen zu sehen und die Luft auf meinem Gesicht zu spüren. Aber obwohl ich beides als besondere Genussmomente beschreiben würde, schienen sie mir als Einstieg für diesen Text nicht passend. Denn je länger ich grübelte, desto deutlicher wurde mir, wie individuell und vielschichtig der Begriff Genuss doch ist. Im Grunde kann alles, was mir guttut, Genuss sein.  

Foto: Getty Images

Mit allen Sinnen 
Trotzdem ist Genießen heute fast ausschließlich in Kombination mit Essen und Trinken in den Köpfen der Menschen verankert. Laut einer Studie des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie verbinden 68 Prozent der Befragten Genuss überwiegend mit Essen und Trinken. Auf Platz zwei folgt mit gerade einmal 14 Prozent die Freizeit. Alle anderen Aspekte wie beispielsweise Partnerschaft und Sex, Spaß oder Gesundheit folgen noch weiter hinten mit mageren fünf bis sechs Prozent.  

Wie wir flüchtige Momente bewusst wahrnehmen und durch Genuss uns selbst sowie der Welt um uns herum mehr Aufmerksamkeit schenken, liest du in Hygge Nr. 32.  

Hier geht’s zum Heft: 

Das erwartet dich außerdem im neuen Heft:

// Wir teilen uns die Ernte  
Wie geht eigentlich solidarische Landwirtschaft? 

// Auf Sinnsuche 
Der Philosoph Christian Uhle im Interview 

// Flauschige Freunde 
Auf kuscheliger Wanderschaft mit Lama Helmut 

// Saisonküche mit Kürbis 
Herbstrezepte und Tipps zum Einmachen 

// Fairer Kaffee 
Wie er produziert wird und worauf mach achten sollte 

// Herbstlektüre 
die Lieblinge der REdaktion für lange Herbstabende 

// Hygge probiert´s aus 
Wir pressen selbst Apfelsaft 

// Mit dem Bulli ans Meer 
Ein alter VW-Bus und 48 Stunden Zeit – die perfekte Auszeit 

// Radeln und Helfen 
Drei Initiativen, die zeigen, dass ein Fahrrad mehr ist als nur ein Fortbewegungsmittel